„Better Life Index“: Männer sind reicher, Frauen zufriedener… So lautet die Überschrift eines FAZ-Artikels vom 22.5.2012, der sich mit der Auswertung des „Better Life Index“ der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) befasst. Vor ca. einem Jahr entwickelte die OECD diesen weltweiten Index, an dem sich jeder  im Internet beteiligen kann.

Was macht Menschen in aller Welt nun glücklich und zufrieden? Überraschend – oder auch nicht: Es sind nicht die materiellen Dinge wie Besitztümer, Wohlstand oder Einkommen, die mehrheitlich an erster Stelle stehen, sondern vor allem die weichen Faktoren.

Die Top 3 sind:

  1. Persönliche Lebenszufriedenheit
  2. Gesundheit
  3. Bildung

Ebenfalls weit oben stehen:

  • Zustand der Umwelt
  • Work-Life-Balance
  • Berufliche Situation

Frauen scheinen mit ihrer persönlichen Lebenssituation, ihrer Gesundheit und ihrem sozialen Umfeld übrigens zufriedener zu sein als Männer – während Männer im Vergleich zu Frauen zufriedener sind mit ihrer materiellen Situation. Wen wundert’s? Immer noch verdienen Männer in vergleichbaren Positionen mehr als Frauen. Doch wenn die Zufriedenheit eher an materiellen Werten hängt – was bleibt, wenn diese (ver-)schwinden?

Was zeigt uns der „Better Life Index“ auch?

Offenbar haben die weichen Glücks-Faktoren weltweit für die meisten Menschen, die sich an dieser Befragung beteiligen, eine höhere Bedeutung als die materiellen Dinge. Betrachtet man die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen – vor allem das Engagement für Freiheit, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz – so sind es gerade auch diese menschlichen Werte, für die Menschen auf die Straßen gehen und protestieren. So gesehen kann der Better Life Index auch ein Gradmesser für die Erkenntnis sein, dass persönliches Glück nicht losgelöst sein kann vom Zustand der restlichen Welt. Und dies wiederum wäre ein zuversichtlich stimmendes Signal dafür, was Menschen wirklich wollen :-). Selbst dann, wenn solche Untersuchungen und Statistiken nur einen Ausschnitt zeigen können. Doch es lohnt sich, auch solch einen Ausschnitt näher zu betrachten und sich selbst zu fragen, wie wichtig einem welche Werte sind. Die Antworten können erstaunlich sein ;-).

Zum Artikel in der FAZ

Zum Better Life Index der OECD – und zum Eintragen der persönlichen Glücks-Werte

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